
(14.05.2008)
Geplagt vom kühlen Wetter im April hat sicher der ein oder andere einen Kurzurlaub gebucht, immerhin gibt es in einigen Bundesländern noch Pfingstferien. Doch nicht nur in Teilen Deutschlands, auch und vor allem am Mittelmeer herrscht Unruhe in der Wetterküche: Im Bereich verschiedener Luftmassen herrscht Unwetterpotenzial. Ein Schwerpunkt scheint Norditalien zu werden.Der Hauptunruhestifter ist hierbei ein Vorstoß höhenkalter Luft über Westeuropa, wie er sehr gut in Abb. 1 über der Iberischen Halbinsel zu sehen ist. Wie so oft ist dabei insbesondere die Vorderseite, also der östliche "Rand" dieses Vorstoßes interessant. Denn hier wird von Afrika kommend warme Luft über das Mittelmeer nordwärts geführt. Diese kann dann im Bereich der nachfolgend kühleren Höhenluft leicht aufsteigen; Schauer und Gewitter bilden sich, je wärmer und je feuchter die Luft dabei ist, desto mehr Energie besitzt sie auch.
Kalte Luft schiebt warme vor sich herDieser Bereich höhenkalter Luft macht dann am folgenden Wochenende (17. bis 18. Mai 08) seinen Weg von Spanien aus weiter ostwärts, wie man im Vergleich der Abb. 1 und 2 auch mitverfolgen kann. Am Boden befindet sich zu dieser Zeit ein Tief, das nach Berechnungen des Amerikanischen Modells von Südfrankreich kommend mit seinem Zentrum am Sonntagnachmittag in der Westschweiz angekommen sein soll (Abb. 3).
Nun kommen wir wieder auf die Unwetter-Konstellation zurück. Auf der Vorderseite dieses Tiefs wird nämlich die energiereichste (also besonders feuchtwarme) Luft über das Mittelmeer, insbesondere die Adria nordwärts gelenkt (Abb. 4 und 5). Die Energie wird also bereitgestellt, sie muss nun nur noch angezapft werden.
Norditalien besonders betroffenAufgrund der Lage am Südrand der Alpen (Abb. 6) sind dann die Bedingungen in Norditalien für die Entwicklung von kräftigen Schauern und Gewittern besonders günstig, sodass mit
hohen Regenmengen und
Windböen sowie mit
Hagelschlag gerechnet werden muss. 25 Liter pro Quadratmeter Niederschlag oder mehr in nur drei Stunden sind hier durchaus denkbar (Abb. 7), im Laufe einer Woche sogar über 100 Liter pro Quadratmeter (Abb. 8, im Mittel fallen in dieser Region etwa 80 Liter pro Quadratmeter im gesamten Monat Mai).
Karten überwiegend aus den Profikarten
Für das Bild sind bestimmte Rechte vorbehalten

(13.05.2008)Das sommerlich warme und sonnige Pfingstwetter wird in dieser Woche in den meisten Regionen Deutschlands durch Tiefdruckeinfluss beendet. Dabei gelangt feuchte, aber noch meist warme Luft aus Südwesteuropa zu uns.
Im Bereich von Frontensystemen, die von Westen her auf Deutschland übergreifen, sind dabei vor allem im Westen und Südwesten teils kräftige Schauer und Gewitter mit örtlichen Überschwemmungen möglich. Im Norden und Nordosten kommt es nach den aktuellen Modellprognosen aber nur zu einzelnen Schauern, so dass sich die Trockenheit fortsetzen könnte. Die Abbildungen 1 bis 3 zeigen dabei die erwarteten Tagesniederschläge für Mittwoch, Donnerstag und Freitag.
Am Wochenende soll der Schwerpunkt der Regenfälle in der Südhälfte Deutschlands liegen, während im Norden bereits schwacher Hochdruckeinfluss für Wetterberuhigung sorgen könnte. Die detaillierten Tagesniederschläge für Samstag und Sonntag sind in den Abbildung 4 und 5 zu sehen.

(12.05.2008)In Teilen Norddeutschlands hat es seit 25 Tagen praktisch nicht mehr geregnet. Betrachtet man den Zeitraum vom 18. April bis heute, ist die Uckermark im Nordosten Brandenburgs der Trocken-Spitzenreiter mit nicht einmal
1 Liter pro Quadratmeter (Angermünde). Weniger als
5 Liter wurden auch in Vorpommern (z. B. in Neubrandenburg) und in Berlin gemessen. Abbildung 2 zeigt eine Übersicht aller Wetterstationen mit weniger als 10 Liter Regen pro Quadratmeter seit dem 18. April.
Auch im letzten Jahr gab es im Frühling eine lange Trockenperiode. Im ganzen
April 2007 fielen in großen Teilen Deutschlands weniger als 5 Liter pro Quadratmeter. Die Dürreperiode nahm schon fast existenzbedrohende Züge an.
Auch in diesem Jahr könnte es in Brandenburg und Vorpommern eng werden, wenn nicht bald der Regen kommt.
Neben der steigenden Waldbrandgefahr und den trockenen Feldern, sind auch die Pollen ein Problem für viele Leute. Denn bei diesem Wetter sind nun vermehrt die
Gräserpollen unterwegs. Glücklicherweise ist die
Ozonbelastung noch nicht sehr hoch, da die Temperaturen noch eher im moderat-warmen Bereich liegen und die Sonne noch nicht so hoch steht wie im Juni.
In den nächsten Tagen ist sogar trotz der beiden Hochs MARCO und NEVIO besonders im Norden Deutschlands wieder mit etwas
zurückgehenden Temperaturen zu rechnen. Wie kommt das? Abbildung 3 zeigt die Strömung am morgigen Dienstag. Man erkennt, das vom Nordosten die Luft nach Deutschland geführt wird. So liegen dann die Höchstwerte morgen an der
Ostseeküste nur noch bei 14 bis 16°C, auch von Hamburg bis Berlin werden nur noch etwa 20°C erreicht, im Südwesten bleibt es aber mit bis zu 28°C sommerlich warm, damit dürfte der Oberrhein morgen
die wärmste Region Europas sein (siehe Abbildung 4).
Und wie sieht es mit Regen aus? Dieser ist zunächst als Schauer oder Gewitter im Schwarzwald und am Alpenrand in Aussicht. Flächendeckende Niederschläge sind bis mindestens Donnerstag nicht in Aussicht, wahrscheinlich wird es auch zum Ende der Woche eher bei
einzelnen Schauern bleiben.

(11.05.2008)In Deutschland und den angrenzenden Ländern herrscht schon über eine Woche Hoch Marco und sorgt seit Himmelfahrt für
Traumwetter und ein erstes Sommerfeeling. Viele
Freibäder haben schon ihre Pforten geöffnet; zum Glück! Auch in den Bergen kann man die Pfingstfeiertage bei bestem Wetter genießen. In den Höhenlagen der Alpen liegt noch eine Menge Schnee (z.B. Zugspitze 345 cm, Sonnblick 530 cm), aber auch im Riesengebirge ist
ab etwa 1200 Meter noch eine
geschlossene Schneedecke vorhanden (Abb. 1). Über Schneeflächen ist bei der kräftigen Maisonne die Gefahr für Sonnenbrand besonders hoch.
Auf der
Iberischen Halbinsel ist dagegen
kein sommerliches Wetter aktuell. Ein Höhentief bringt dort schon seit Tagen
Wolken und Regen, dazu noch recht
kühle Temperaturen. Barcelona meldete nur ein Höchstwert von 16°C (Abb. 2), normal für Mai sind etwa 21°C. In dieser Region fiel auch der meiste Niederschlag. Bis gestern Abend 20 Uhr kamen immerhin
76 Liter pro Quadratmeter innerhalb von
12 Stunden zusammen. Auch hier ein Blick in die Statistik: Die mittlere Monatssumme beträgt 55 Liter pro Quadratmeter. Im sonst so sonnenverwöhnten Mallorca gab es von Freitag bis Samstag
69 Liter in 24 Stunden. Dieser Regen ist nach den trockenen Wintermonaten dringend notwendig, leidet doch Spanien schon seit mehreren Jahren an massivem Wassermangel.
Auch in der kommenden Woche scheint sich in dieser Region das wechselhafte Wetter fortzusetzen. Das ECMWF-Modell des Europäischen Wetterdienstes rechnet für den Montag in acht Tagen
weiterhin ein Höhentief über Spanien, was
Regenfälle und kühle Temperaturen mit sich bringen würde (Abb. 4 und 5).

(10.05.2008)
Nun ist es also soweit:
Dem daheim gebliebenen steht ein herrliches verlängertes Wochenende ins Haus, welches für die spazier-, grill- und badewütigen Menschen hierzulande keine Wünsche offen lässt.Doch schauen wir zunächst kurz zurück auf den
gestrigen Freitag. Wie aus dem Bild 1 hervorgeht, braucht sich Deutschland aktuell nicht vor den Touristenhochburgen in Südeuropa zu verstecken. Vielfach erlebten wir bereits frühsommerliche Temperaturen und selbst
an der niederländischen Nordseeküste kletterten die Temperaturen auf Werte
über 25°C, womit dort aus meteorologischer Sicht das
Kriterium für einen Sommertag erfüllt wurde. Schauen wir uns auf der europäischen Landkarte um, so stellen wir schnell fest, dass vor allem auf der
Iberischen Halbinsel teils
deutlich kühlere Bedingungen herrschen, womit all jene, die dort einen kurzen Pfingsturlaub verbringen, sich nun ärgern dürften, dass sie nicht in der Heimat geblieben sind. Denn in Spanien, insbesondere im östlichen Teil wird es auch in den nächsten Tagen nur allmählich besser. Werfen wir einen Blick auf Bild 2, so lässt sich bereits ohne Vorkenntnisse erahnen, dass
hier auch das
Nass von oben den Urlaubern treu bleibt. Abgebildet ist die
aufsummierte Niederschlagsmenge, die das europäische Wettermodell
ECMWF für die nächsten
96 Stunden rechnet. All jene, die es in den westlichen Mittelmeerraum verschlagen hat, werden wenig Freude mit den Wetterbedingungen haben, in Katalonien sind
teilweise über 100 Liter pro Quadratmeter möglich, von denen der größte Teil am heutigen Samstag herunter kommt, bis zum Pfingstmontag lassen die Niederschläge deutlich nach.
Auf Bild 3 und 4 sind europaweit die
Sonnenscheinstunden für Pfingstsonntag und ?montag abgebildet, die das Multi-Model-MOS berechnet. Erneut kann man feststellen, dass
Mitteleuropa vorn liegt und hierzulande wirklich
schöne Tage ins Haus stehen. Doch auch den
Spanientouristen sei ein wenig
Hoffnung gemacht: Vor allem der Pfingstmontag bringt in weiten Teilen des Landes
längere heitere Abschnitte. Allerdings
erwischt es dann die Menschen, die sich auf
Korsika, Sardinien, Sizilien sowie im Südteil Italiens aufhalten.
Örtlich können
über 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter herunterkommen. Am bittersten aber sieht es für die beiden Pfingstfeiertage wohl auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel Mallorca aus. Hier wird sich wahrscheinlich
nur vorübergehend die
Sonne zeigen können und man darf hoffen, nicht allzu nasse Füße zu bekommen, angesichts der prognostizierten Niederschlagsmengen.
Nasse Füße ganz anderer Natur kann man sich auf vergnügte Weise in Deutschland holen. Die Hauptbadesaison ist zwar noch ein wenig entfernt, dennoch
lohnt sich bereits
ein Sprung ins Wasser, vor allem an den Binnenseen. Einerseits sind die
Strandbäder noch nicht ? wie im Hochsommer bei schönem Wetter üblich ?
völlig überlaufen und außerdem sorgen
Wassertemperaturen bis nahe 20 Grad (siehe Bild 5) schon für schwimmtaugliche Bedingungen, auch für all jene, die es nicht gar so kalt mögen.
An der Ostsee gestaltet sich dies gebietsweise deutlich anders. Vor allem
an der Küste Rügens liegen die
Wassertemperaturen teils nur bei Werten von
knapp über 10 Grad und das dürfte den meisten wohl doch noch etwas zu frisch erscheinen. Genauso verhält es sich auch an der Nordsee, was für die Jahreszeit völlig normal ist. Sollte sich das Wetter mit viel Sonnenschein nach Pfingsten weiterhin halten, so gehören Eindrücke wie auf Bild 6 aber wohl bald der Vergangenheit an.
Somit scheint Petrus ein Gewissen zu haben, denn in diesem Jahr entschädigt er zu Pfingsten über alle Maßen diejenigen, die es 2007 mit heftigen Unwettern zu tun hatten und die Feiertage nicht wirklich genießen konnten.